Trennungsschmerz beim Ausmisten von Babykleidung
Die allermeisten Dinge kann ich sehr gut loslassen. Babygewand fällt nicht in diese Kategorie. Geschafft habe ich es trotzdem.
Es gibt Kategorien, bei denen mir das Ausmisten schwerer fällt als bei anderen. Trotz meines jahrelang trainierten „Ausmist-Muskels“ muss ich mich dann überwinden, mich von liebgewonnenen Dingen zu trennen und verspüre ein Zwicken in der Magengrube – Trennungsschmerz.
Die jüngste Kategorie: Babygewand. Da Kind V. rasant wächst und alles bis inklusive Größe 68 bereits zu klein ist, gibt es ständig etwas auszusortieren. Erst vor ein paar Wochen habe ich tabula rasa gemacht und die winzigen Bodys, Leiberl und Hosen in einen Sack gestopft und zum Fetzenmarkt gebracht. Mein einziges Kriterium war die Größe; ich wollte keine einzelnen Erinnerungsstücke aufbewahren oder beim Ausmisten nochmals in Erinnerungen schwelgen. Ratsch, Pflaster runterreißen, metaphorisch gesprochen.
Der Prozess an sich war ziemlich straightforward. Ein Kleidungsstück hat dann aber doch für einen Seufzer gesorgt. Der „Transportelefant“ – ein kuscheliger grauer Overall in Größe 56 mit einem Elefanten vorn drauf. In diesem Overall haben wir beide Kinder vom Krankenhaus nach Hause gebracht. Mit diesem Stück Stoff verbunden sind Erinnerungen an die Babyzeit von zwei Kindern. Das Gefühl bei Kind E., dem älteren, plötzlich im Wochenbett zu sein mit einem Wesen, das völlig von mir abhängig ist. Der erste Spaziergang mit dem Kinderwagen als frischgebackene Mama. Und auch ein anderer Gedanke, der ganz ungewohnt war: Das war's mit der Babyzeit, wir sind fertig. Ich werde nie wieder ein kleines Würmchen in den Transportelefanten einpacken.
Das Trennen vom Babygewand ist mir beim Einpacken schwergefallen und dann nochmal, als ich den Sack beim Fetzenmarkt abgegeben habe. Und damit war das Thema erledigt. Als ich heute die erste Hose in Größe 74, die Kind V. nicht mehr passt, in den Keller gebracht habe, habe ich erstmals seit Wochen wieder daran gedacht. Ein ganz leises Zwicken in der Magengrube ist noch da, aber viel stärker ist die Erleichterung: Eine riesige Menge Zeug ist weg. Ich muss es nie mehr sortieren oder waschen. Ich habe viel Platz im Kellerabteil gewonnen. Ich habe eine Entscheidung getroffen, sie durchgezogen und einen Abschluss gefunden.
Tipps: Wann die Babykleidung aussortieren?
Wenn du (ein) Kind(er) hast, und in der nahen Zukunft (ein) weitere(s) möchtest, bewahre das tolle Babygewand auf.
- nahe Zukunft = 0–4 Jahre
- das tolle Babygewand = alles, was dir ehrlich gefällt und was du dem Baby leicht anziehen kannst
Wenn du (ein) Kind(er) hast, und in der mittleren Zukunft vielleicht (ein) weitere(s) möchtest, überlege dir folgende Fragen:
- Nimmt das Babygewand anderen Dingen Platz weg, die derzeit in deinem Leben wichtiger sind?
- Ist die Babyfrage entspannt oder ein Reizthema zwischen dir und deinem Partner / deiner Partnerin?
- Du solltest grundsätzlich keine Dinge behalten, die negativ konnotiert sind. D. h., wenn die negativen Aspekte des Babygewands überwiegen, trenne dich davon. Oder ziehe in Betracht, nicht die gesamte Garderobe, sondern nur deine absoluten Lieblingsstücke zu behalten.
Wenn du kein(e) Kind(er) mehr willst:
- Weg damit! Du musst kein Gewand aufbewahren, falls deine Kinder es einmal für ihre Kinder haben wollen.
- An andere Familien weitergeben.
- In einen Kleidercontainer werfen.
- Zu einem Carla-Shop / Vinzi-Laden o. Ä. bringen.
- Über Verschenkeseiten auf Facebook Abnehmer:innen suchen.
- Über willhaben / Kleinanzeigen / Flohmärkte verkaufen.
Das Gute an Babygewand ist: Es lässt sich sehr leicht und günstig wieder beschaffen. Der Großteil unserer Baby-Garderobe stammt von Flohmärkten, mit Preisen zwischen 50 Cent und 3 Euro pro Kleidungsstück.
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